09.08. 38.026
Questiones
Das Problem ist, es gibt eben doch dumme Fragen.
Das Fragen ist selbst in Kategorien zu unterteilen, was ihre Qualität skaliert. Versuchen wir auf Anhieb diese Bereiche zu nennen, so wäre das Nachfragen, oder das Erstfragen bereits zwei solcher Felder, neben den Gebildeten Kompetenten Ermittlungen und den Ungebildeten, Inkompetenten.
Natürlicher Art sind daher die Kausalfragen, aber nicht jene die vermeintlich a priori ohne jeglicher Berührung von Ursachen gestellt wurden. In meiner Detailrelevanz habe ich bereits erklärt, dass es solches Erfahren ohne Vorerfahrungen nicht logisch geben kann, da alles aus der Natur, mit allem aus der Natur zu tun hat, wozu letztlich Alles zählt, was eine Wirkung zeigt. Das ist daher adaptiv auf die Quaestiones, eine ewigliche Kausalkette ermitteln zu können, innerhalb der Realitätsdynamik.
So kommen wir nun langsam aber sicher auf die Unterscheidung zwischen naiven Fragen von denen der Produktiven, um zu beweisen, dass es eben naive und somit primitive Fragen gibt.
Sie machen sich vornehmlich dadurch bemerkbar, dass sie keine Kausalitäten einbeziehen, sondern pauschal gestellt werden, d.h. alle Kausalitäten die möglich sein könnten, werden innerhalb ihrer groben, und unbedachten Wissensermittlung postuliert. Zudem wird daher eine implausible Kritik allzu gerne beigestellt, so die naive Frage nicht alleine steht, um die Ausführung nachzuvollziehen, sondern es wird zudem eine Auflösung einer inkohärenten Argumentation eingefordert.
Ein Exempel verdeutlicht dieses Verhalten. Es geht darum, das Paradies zu beweisen, in diesem Fall von einem Philosophen, der sich schwerlastig gebildet hat, Zeit seines Lebens den Rätseln der Naturprinzipien nachgegangen ist, Weisheiten explorierte und die Essenz seiner Resultate nun vermitteln möchte. Natürlich wird es ihm unmöglich, sich in die Nachvollziehbarkeit des Zuhörers hineinzuversetzen, denn jedes Individuum hat seinen eigenen Charakter der Kognitionskompetenz, als auch ihren eigenen Bildungsstand. Je mehr der Zuhörer und der Sprecher gleichem Bildungsniveaus entsprechen, umso mehr Einigkeit und Verständigkeit müsste entstehen, und umso weniger naiver Fragen werden sie sich konfrontiert sehen.
Nun, in unserem Exempel wollten wir gerade das Missverhältnis darstellen, wo der Philosoph also beginnt seine Erfahrungen und weiten Gedanken zu teilen, und während der Ausführung sich kritischen Fragen stellen muss, jene selbst ungebildeten Stand einnehmen, und sich zudem pauschale Ungenauigkeit erlauben, häufig neben affektierten Charakterdiskrepanzen, obgleich sie selbst vom Sprecher eine deutliche Ausführung einfordern, und einen Edelmut eines geduldigen Dozenten.
,,Wo soll denn dieser Ort der Glückseligkeit liegen, etwa beim Schlachthof?“ Der Sprecher muss erst in Erfahrung bringen, welche Absichten der Zuhörer verfolgt, welchen Charakterzug er in diesem Kontext leben will, welche Gesinnung seine Affekte führen, denn diese Kriterien erschweren und verhindern sogar jede Art der Wissensforschung und deren Vermittlung.
Der Sprecher erhält bei solch einer Anschlussfrage keinerlei Informationen darüber, was der Zuhörer bereits verstanden hatte, in welcher Qualität er das tat, und welche manifestierten Vorstellungen in ihm bereits wohnen, sofern sie unrealistisch sind, was durchaus regelhaft aufkommt, und diese nun weiterer Aufklärungen bedürften, da sie die eigentliche Ausführung des Philosophen verhindern.
Der Sprecher wird also überlastet mit einer Ungenauigkeit des Fragestellers auf vielen Ebenen, während er in der Regel sein komplexes Gedankengerüst nur kontingent vermitteln könnte, wobei der Zuhörer ein aktives Interesse und dessen Etikette einhalten müsste.
Gerade dieser Mangel an Fragequalität war der Grund weshalb sich beispielsweise Atheisten für besonders Überlegen fühlten, als sie spöttische, pauschale Fragen den Glaubenden hinwarfen, um diese zu überfordern mit einem ungerechten Arbeitspensum, zum einen die diffizile Lehre zu erklären, und zum anderen alle naiven Quaestiones meist provokativer Art des Zuhörers aus dem Weg räumen zu müssen.
Eine Frage wie ,,Wie funktioniert die Existenz?“ ist eine perfekte Darstellung solch einer absolut primitiven und zu vagen Fragestellung. Wer sollte sie jemals beantworten können, wenn der Fragesteller noch nicht einmal wesentliche Grundprämissen der Philosophiegeschichte verstanden hat, und provokativ eine ebenso kurze Antwort verlangt, wie dieser unglaublich naiven Frage ihrer Dauer gleich, ob denn der Lehrer nun sehr viel dieser multiplen Kausalität aufklären könnte, nur um am Ende seines eigenen Wissensstandes damit abzuschließen, dass er es nicht restlos weiß, und nicht wissen kann, da auch er nicht die materielle Ordnung, die auch vermeintlich immateriell wirkt, erschaffen hatte.
Eine reife und kluge Wissensermittlung besteht zudem aus der bewussten Ursache des faktischen Nutzens, welchen man durch seine Forschung und Quaestiones erreichen möchte. Die kluge Forschung weiß eine Priorisierung und die Notwendigkeit der Resultate, von jenen trivialen und ökonomischen zu Unterscheiden.
Ich habe in meinem Werk ,,Natürliche Dialektik – Die Kunst des Friedens“ die Pflichten des Zuhörers näher behandelt, weshalb es mir klar wurde, dass auch ein Fragesteller gewisse Verantwortungen einhalten muss, um überhaupt ernst genommen zu werden.
17. 08. 38.026
Qualitative Neutralität
Ich habe mich also gefragt, welche Optionen sind naheliegend als Reaktionen auf einen schriftlichen Beitrag.
1. Positiv – man reagiert wohlwollend.
2. Negativ – man reagiert kritisierend.
3. Neutral – man reagiert gar nicht – Ich nahm zunächst an, aus schweigender Zustimmung.
Ich musste feststellen, dass keines der ersten beiden Optionen eintraf, und dass deshalb die dritte, die Neutralität, eine genauere Analyse bedarf. So kam ich auf eine 4. Option.
4. Unverständnis – man reagiert nicht, aus Überforderung.
Mir wurde klar, ich habe erneut die Realitätsdichotomie bewiesen, wir haben bloß keinen Begriff zur qualitativen Definition der Neutralität. Es muss aber eine positive und eine negative Neutralität herrschen.
Das anscheinend neutrale ,,Vielleicht“ hat selbst 2 Seiten. Ein positives und ein negatives ,,Vielleicht“. Denn die Realität hat 100% und bei 3 Teilen ist sie bloß zu 99,99% erklärt. Bei 4 Teilen, wie man vermuten kann, gibt es die 4 mal 25% zu 100% Realität.
Zudem ist mir aufgefallen, dass es auch zwei Wesensarten der Positiven und Negativen Reaktion geben muss, denn ich wollte ja die Optionen abdecken in dieser Kausalität, und zur Komplementierung gehört nun;
1. bei positiver Reaktion, kann man schweigend zustimmen, oder eben schriftlich agieren.
2. bei negativer Reaktion, kann man ignorieren, oder kritisieren.
3. bei neutraler Reaktion, kann man überfordert ignorieren, oder zustimmend weiterziehen.
Das würde aber heißen, der Neutrale Akt, verhält sich einmal wie die halbe Option der positiven Reaktion, oder die halbe Option der negativen Reaktion. In beiden Fällen bedeutet das, die Neutralität ist ein metaphysischer Begriff, den man bereits auf einer bestehenden absoluten Seite verorten könnte, wie beschrieben.
Das würde also bedeuten, der neutrale Akt verhält sich als Zeitfaktor, und steht zwischen den beiden 50% zu 100%, als metaphysischen Raum der Exploration.
Ich beweise hier gerade den stabilen Dualismus nach meiner Definition, oder anders formuliert, die Realitätsdichotomie, und die instabile Trinität der Realität, aus Monistischer Perspektive betrachtet.
Jedenfalls habe ich jeden entlarvt der sich für Neutral positioniert hält, als einen Unentschiedenen, daher auch Unwissenden seiner eigenen Überzeugung, denn wäre dem anders, müsste er entweder positiv oder negativ reagieren.
Dass sowohl beide Seiten ein neutrales Verhaltensmuster aufweisen, habe ich allerdings wohlwollend gewährt, denn wenn etwas absolut Positiv wäre, oder dessen Diametrale - vollkommen Negativ, dann ist es eher naheliegend ihrer Wirkungen, sich dementsprechend anders als Neutral zu verhalten.
Jede Neutralität erklärt daher eine Phase des Zweifels, wie ich nun ausführlich genug bewiesen sehe.
28.08. 38.026
Argumentum pro intellectu
Nehmen wir irgendein aktuelles Thema, was bereits länger Anhält, und keine Lösung erbrachte im Sinne von Kompromiss oder Einigung.
Ich möchte kein solches Thema vorgeben, aber ich bin mir sicher, jeder kennt eines.
Nun besteht das Problem, weshalb es zu keiner Lösung kommt, an der Unwissenschaftlichkeit der Beweisführung. Ginge es um eine mathematische Aufgabe, und die eine Seite behauptet, das Resultat nach der Rechnung 5 addiert 5 ergäbe 6 und die andere behauptet es ergäbe 4, käme man nie auf die objektive Wahrheit der 10, um das Dilemma nun in dieser Analogie zu erklären.
Der Diskurs wird also emotional geladen geführt, und beide Seiten haben zu einem Bruchteil Recht, aber da sie unwissenschaftlich argumentieren, und auch ohne Gepflogenheiten, diese man größtenteils bereits aus der Grundschule kennt, (ausreden lassen, Aktiv zuhören, höflich bleiben), werden sie auch niemals diese mathematische Logik zur Berechnung einnehmen können um endlich den Konsens zu klären.
Was geschieht also wirklich. Es gibt zu viele Aspekte die emotionalisiert gegeneinander gestellt werden, zu viele Argumente aus diametralen Perspektiven, worin jeder vermeintliche Beweis, ob nun gültig oder nicht, von der anderen Seite relativiert wird mit ihrer perspektivischen Argumentation. Das wäre beinahe korrekt, doch die entgegengesetzten Argumente gehen nicht aufeinander ein, sondern reden aneinander vorbei.
Mit anderen Worten, beide Seiten sind nicht die Allwissenheit, die höchste Gerechtigkeit, die All sehende Perspektive die alle Argumente durchgegangen ist, sie wissenschaftlich analysierte und ein mathematisches Ergebnis vorweisen könnte. Beide Seiten müssen irgendwo auch ihre eigene Fehlbarkeit als Richtig betrachten, denn Menschen sind prinzipiell Unvollkommen.
Seit der Evolution, seit der Geburt, ist er am sich entwickeln, lernen, Fehler entscheiden, und eben nicht am Ausgereiften Endstadium seiner Heiligkeit angelangt.
Wäre dem anders würde es bedeuten, mindestens eine Seite wäre dieser Vollkommene fehlerfreie Part des Dissens, aber dann stünden wir eben erneut an dem Problem zu fragen- welche der beiden Seiten? Nun, um das zu klären, benötigt es eine Diskussion.
Eine Argumentationskausalität. Die zwei gegensätzliche Positionen sind ja von Anfang an klar, es mangelt nicht an den Kontrahenten.
Es mangelt an Kommunikationsdisziplin. An Kompetenz. Es wird niemanden etwas bringen, die andere Position zu verurteilen, weil sie in einem Argument vielleicht sogar absolute Wahrheit für sich beanspruchen könnte. Im gleichen Atemzug gibt es tausende Aspekte die ungeklärt bleiben, weil sie gar nicht erst beachtet werden wollen, nachdem man sich doch bereits im Recht fühlt der Verurteilung.
Man wird erst nach einer ausführlichen Debatte und Argumentation herausstellen können, wer in welchen Aspekten recht hatte, und was also der Kompromiss sein wird, denn das ist die stringente Antizipation, beide Seiten müssen zu einem Teil recht haben und zu einem Teil Unrecht. Irren ist Menschlich, alles wissen ist Göttlich - und wer wagt es also zu behaupten die Verkörperung Gottes zu sein.
Die Lösung ist daher die Art der zielführenden Argumentation, der Beweisführung zum Verständnis an sich, dem Argumentum pro intellectu.